Högen (ÖDP) zu Spahns Sofortprogramm

"Gesundheitsminister Spahn sorgt für 50.000 fehlende Pflegekräfte"

Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) steht für einen ehrlichen und realistischen Umgang mit der Pflege. „Pflege muss mehr Wert sein als die jetzigen unmenschlichen Bedingungen für Pflegepersonal und zu pflegende Personen“, so Bundesvorstandsmitglied Sebastian Högen.

Der Amtsantritt von Jens Spahn wurde von einem Skandal nach dem anderen übertroffen. Nun versucht der Gesundheitsminister mit seiner eigentlichen Aufgabe, dem Gesundheitssystem. Es ist schon lange bekannt, dass es an Pflegekräften mangelt. Hervorgerufen durch schlechte Arbeitsbedingungen, Lohndumping und schwere körperliche Belastungen. Zudem wird die Pflege von der Gesellschaft und der Politik eher stiefmütterlich behandelt. Die Zeit, die eine Pflegerin oder ein Pfleger für die zu pflegende Person aufbringen kann ist sehr minimalistisch. „Die Bürokratie wurde immer weiter ausgebaut, so dass man fast schon mehr Zeit am Computer verbringt als am Menschen“, bemängelt Högen.

Jahrelang wurde es versäumt die Ausbildung zu fördern und dazu beitragen, dass es mehr Menschen in der Pflege gibt. Das führte dazu, dass wir im vergangenen Jahr 37.000 Stellen in der Pflege unbesetzt blieben. Dies sind zumindest offizielle Zahlen von der Agentur für Arbeit. Wenn nicht einmal diese Stellen besetzt werden können, weil Pflegekräfte fehlen, wie sollen dann die weiteren 13.000 geschaffene Stellen im kommenden Jahr besetzt werden? „Somit sorgt Gesundheitsminister Jens Spahn letztendlich für ein Defizit von 50.000 Pflegekräften. Von einem Sofortprogramm zu sprechen, ist daher unredlich“, kritisiert Högen.

In einem Punkt hat Herr Spahn recht: „Wir brauchen eine Änderung des Pflegesystems.“ Die Bürokratie muss abgebaut bzw. vereinfacht werden. Wir müssen endlich wieder dazu übergehen, die Pflege wertzuschätzen. Pflege darf nicht als Ware verstanden werden, sondern muss als ein Dienst an der Allgemeinheit geachtet werden. „Daher fordert die ÖDP schon seit Jahren ein Pflegegehalt! Damit wird den Menschen die Möglichkeit gegeben, sich um die Pflege ihrer Angehörigen zu kümmern, statt diese ins Heim schicken zu müssen. Gegenwärtig ist es nicht oder nur schwer finanzierbar, sich um einen Angehörigen zu kümmern. Durch das Pflegegehalt ist auch ein menschenwürdigerer Umgang für zu pflegende Person zu erwarten. Ein weiterer Vorteil wäre die Entlastung von Pflegeheimen, wodurch auch der Pflegekräftemangel verringert werden könnte“, so Högen.

Betrachtet man diese Aktion genau, so sind diese zusätzlichen 13.000 Stellen leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Bei einer abnehmenden Bevölkerung mit zunehmenden Alter ist davon auszugehen, dass in den kommenden Jahren die Zahl der zu Pflegenden auch steigen wird. „Daher bleibt zusammenfassend zu sagen, wir brauchen jetzt dringend das Erziehungs- und Pflegegehalt nach dem ÖDP-Modell, dann haben alle etwas davon“, so Högen abschließend.

Sebastian Högen


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