Runder Tisch Rhein-Main gegen Fluglärm

Prof. Dr. Münzel referierte zum Fluglärm bei der ÖDP-Stadtratsfraktion: “Lärm ist der einzige Herzkreislauf-Risikofaktor, den nur die Politik nachhaltig beeinflussen kann.”

Mainz. Die ÖDP-Stadtratsfraktion unterstützt die Forderung von Prof. Dr. Thomas Münzel, einen Runden Tisch im Rhein-Main-Gebiet zu Reduzierung von Fluglärm einzurichten. Teilnehmer des Runden Tisches müssen neben Vertretern der Landesregierungen von Hessen und Rheinland-Pfalz auch die betroffenen Kommunen sowie Universitätskliniken und Mediziner sein. Münzel erneuerte diese Forderung bei einem Fachvortrag über die gesundheitlichen Folgen des Fluglärms. Damit könnten schneller Ergebnisse auf den Tisch, als auf Gesetzesänderungen aus Berlin zu warten.

Die ÖDP freute sich, einen solchen hochkarätigen Referenten gewinnen zu können. Prof. Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und Vorstandsmitglied der Stiftung Mainzer Herz, betonte auf der ÖDP-Veranstaltung: „Wir Ärzte können Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und Diabetes effektiv behandeln. Patienten können mit dem Rauchen aufhören. Lärm ist somit der einzige Herzkreislauf-Risikofaktor, den nur die Politik nachhaltig beeinflussen kann.“

Münzel führte weiter aus, dass die Menschen des Rhein-Main-Gebiets gleichermaßen unter Fluglärm, aber auch Feinstaub leiden. In entsprechenden Forschungsarbeiten zur Lärmwirkungsforschung konnte Münzel Nachweise liefern, um die Entstehung von schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Folge von Fluglärm erklären zu können. „Flughafenplaner müssen diese Ergebnisse für dicht besiedelte Gebiete berücksichtigen“, so Münzel. Es kann außerdem nicht sein, dass z.B. der Fluglärm über dem Mainzer Universitätsklinikum schon morgens um fünf Uhr bei 75 db(A) liegt. Auch das erhöhte Schlafbedürfnis von Kindern kann in der Region durch den frühmorgendlichen Fluglärm nicht gesichert werden. Lärm ist ein Risikofaktor, vor allem für Kranke und Kinder.

ÖDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler betonte, dass es u.a. erforderlich ist, dass Nachtflugverbot auf 22 bis 6 Uhr auszuweiten und auf den Bau des Terminal 3 zu verzichten: „Die Politik muss auf allen Ebenen deutlich machen, dass Ihnen der gesundheitliche Schutz der Menschen in der Region wirklich ein Anliegen ist. Die auch von Prof. Münzel beklagte Untätigkeit der Politik muss ein Ende haben. Mit einem Runden Tisch müssen in direkten Verhandlungen spürbare Ergebnisse zum Lärmschutz erarbeitet werden.“ 

Prof. Dr. Thomas Münzel

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