18.01.2013

ÖDP fordert: Keine Freisetzungsversuche von genetisch veränderten Kartoffeln

Schneider: „Mit Grundnahrungsmitteln spielt man nicht!“

Ludwigshafen. Der agrarpolitische Sprecher der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) Rheinland-Pfalz, Johannes Schneider, warnt vor möglichen gesundheitlichen Risiken als Nebeneffekte der Manipulation am Erbgut der Kartoffelpflanzen. Schneider verweist darauf, dass das Umweltinstitut München über Schädigungen des Immunsystems und von Veränderungen innerer Organe durch Fütterungsversuche mit Ratten berichteten.

Der Hintergrund: Die BASF Plant Science GmbH plant, ab 2013 Freisetzungsversuche mit zwei verschiedenen genmanipulierten Kartoffeln durchzuführen. Ein erstes Freilandexperiment ist auf einem maximal 10 Hektar großen Gelände am Standort Limburgerhof in Rheinland-Pfalz vorgesehen.

„Es ist skandalös, dass fortwährend Wirtschaftsinteressen einzelner Agrarkonzerne der Vorrang vor dem vorbeugenden Gesundheitsschutz der Verbraucher gegeben wird“, sagt ÖDP-Politiker Johannes Schneider. „Das Geflecht zwischen Politik, industrienahen Wissenschaftlern und Agrarkonzernen muss endlich zerschlagen werden“, so Schneider. Er erinnert an die Verflechtungen von Mitarbeitern staatlicher Behörden mit der Industrie. Außerdem moniert er, dass Mitglieder der Expertenkommission für genetisch veränderte Lebens- und Futtermittel des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und einige seiner hochrangigen Mitarbeiter in enger Verbindung zur Agroindustrie, zu industrienahen Organisationen und wissenschaftlichen Zirkeln, die die Anwendung der Gentechnik befürworten, stehen. www.oedp.de/aktuelles/pressemitteilungen/newsdetails/news/oedp-fordert-aigner-ruecktritt/

Schneider fordert alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, eine Einwendung im Rahmen des Genehmigungsverfahrens gegen die geplante Freisetzung einzulegen. Eine Mustereinwendung kann unter bit.ly/YIaFkW abgerufen werden. Für Schneider steht fest: „Mit Grundnahrungsmitteln spielt man nicht!“

ÖDP-Politiker Schneider befürchtet außerdem, dass eine Kontamination der Kartoffelbestände gravierende ökonomische Folgen für die deutsche Land- und Lebensmittelwirtschaft haben könnte. Kartoffeln stellen weltweit ein bedeutendes Grundnahrungsmittel dar. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland auf einer Anbaufläche von 259.000 Hektar 11,84 Millionen Tonnen Kartoffeln erzeugt. Deutschland steht an sechster Stelle der Erzeugerländer (Quelle: www.raiffeisen.com/news/artikel/30222028). 

Kategorie: Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft, Gesundheitswesen und Soziales