ÖDP fordert effektive Entlastung des Verkehrsknotenpunkts Mainz-Wiesbaden

Veranstaltung zur Entwicklung des Bahnlärms im Mittelrheintal

Mainz. Die hochkarätig besetzte Veranstaltung der Stadtratsfraktion ÖDP zeigte deutlich, dass nicht nur der stetig zunehmende Fluglärm ein ernstzunehmendes Problem ist. Besorgniserregend ist auch die Entwicklung des Schienenverkehrs im Mittelrheintal. Der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Claudius Moseler war sich mit den Referenten einig: Um effektiv die Bürgerinnen und Bürger im Knotenpunkt Mainz-Wiesbaden zu entlasten, müssen ganz konkrete und glasklare Forderungen – sinnvollerweise beider Landeshauptstädte gemeinsam – gegenüber der Bahn formuliert werden. Dazu gehört beispielsweise die Lärmsanierung der Kaiserbrücke inklusive Barrierefreiheit.

Prof. Emil Hädler, 2. Vorsitzender des Deutschen Werkbundes, erläuterte die Bedeutung des Schienenkorridors Rotterdam-Genua: „Durch den Ausbau des Rotterdamer Hafens zum Umschlagplatz für Großgüter wird der Güterverkehr auf der Schiene im Laufe der nächsten zwei Jahre um 15 % zunehmen.“ Schon heute seien die nächtlichen Lärm-Grenzwerte deutlich überschritten. Im Mittelrheintal macht sich dieser Lärmzuwachs besonders bemerkbar.

Lars Lampe, Sprecher der Bürgerinitiative „Schutz vor Bahnlärm AKK, e.V.“ fordert daher: Reduktion des Bahnlärm auf 59 dB(A) am Tag und 49 dB (A) in der Nacht, ein Tempolimit von 50 km/h für alle Güterzüge innerorts sowie die Modernisierung der Schienenwege und Züge auf den aktuellen Stand der Technik.

Heide Weidemann, stellvertretende Landesvorsitzendes des BUND und im Landesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), stimmte dem zu: „Ein mir wichtiges Ziel ist die Entlastung des Rheintals von Bahnlärm, sinnvollerweise durch eine andere Trasse, akut zumindest durch ein Nachtfahrverbot für Züge, die die Lärmgrenzwerte nicht einhalten.“

Wilhelm Schild, verkehrspolitischer Sprecher der ÖDP-Fraktion, warnte, dass sich durch den Ausbau des St.-Gotthard-Basistunnels der Warenstrom zwischen Nordsee und Mittelmeer verdoppeln werde. Auf die Überlegung, ob der Bau einer komplett neuen Trasse Sinn mache, gab Schild zu Bedenken: „Eine Alternativtrasse ist nur durch eine Trassenbündelung im Zusammenhang mit einer vorhandenen Autobahn sinnvoll.“ 


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