Diskussionsgrundlage zur Verkehrsproblematik Schäfergasse

Antrag im Ortsgemeinderat Rödersheim-Gronau in 2011

Schilderung des Ist-Zustandes:

Vor der Kita St. Angela und der Grundschule Am Neuberg ergibt sich jeden Morgen und Mittag das gleiche Bild: Autos fahren vor, parken und halten direkt vor dem Eingang, Eltern steigen ein und aus, halten den Kindern die Türen auf, die je nach Tageslaune mal schneller, mal langsamer aussteigen. Oft wird noch mit anderen Eltern ein Schwätzchen gehalten, oder man ist so in Eile, daß man eilig davonbraust. Es wird gewendet und rangiert, es kommt häufig zu nicht unkritischen Situationen.

Viele Eltern beklagen sich über diese Gefährdung. Tatsache ist jedoch, daß das Hauptgefährdungspotential aus dem Kreis der Eltern selbst kommt. Weder Appelle noch Verkehrsschilder halten viele Eltern davon ab, diese tägliche rush-hour zu produzieren. Ergebnis eines solchen Verhaltens ist letztendlich, daß immer mehr Eltern es für angebracht halten, wenigstens das eigene Kind „sicher“ zur Kita oder zur Schule zu bringen. Wenn man die Verkehrssituation einmal beobachtet, gewinnt man den Eindruck, wir hätten einen „Drive-in-Kindergarten“! Mit weiter steigender Bevölkerungszahl nimmt dieses Problem in Zukunft noch erheblich zu! Es gilt, diesen Mechanismus zu durchbrechen.

Die ödp-Fraktion ist nach wie vor der Meinung, daß Einzelmaßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Schäfergasse keinen Sinn machen.

Kombinierte Maßnahmen, unter Beteiligung möglichst aller Betroffenen, sollten die bestmögliche Lösung ergeben.

Wir stellen nachfolgende Maßnahmen zur Diskussion:

a) Der angedachte Parkplatz in seinem ersten Entwurf (für 20 Fahrzeuge, Kosten ca. 43.500 € plus Begrünung!) ist allein keine Lösung! Zum einen ist er viel zu aufwendig dimensioniert und angelegt, zum anderen wird er mit Sicherheit nicht akzeptiert, wenn eine Weiterfahrt Richtung Kita/Schule nach wie vor ohne Einschränkung gegeben ist. Wir plädieren ab Einmündung Hoher Weg für eine verkehrsberuhigte Zone mit Einfahrtgenehmigung nur für Anwohner bzw. Verbot für Zubringerverkehr zu Kita/Schule.

b) Eine Einbeziehung der Eltern könnte in Form von Schülerlotsen stattfinden. In einem Schreiben des Schulelternbeirates wurde in der Vergangenheit aktive Mithilfe bei der Lösung des Problems angekündigt. Hier sollte man einhaken. Beispiel für ein entsprechendes Motto: „Früher aussteigen – sicher ankommen“

c) Gerade auch zu den „schöneren“ Jahreszeiten ist der Schulweg zu Fuß oder per Rad, möglichst in einer Gruppe, sehr viel erlebnisreicher für ein Kind als die Fahrt mit dem Auto. Man kann dabei neue Freundschaften schließen, Verabredungen treffen, das Lebensumfeld besser kennen lernen, die Gesundheit wird gefördert und es werden wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr gesammelt. Vom Auto aus erlebt ein Kind die Straße nur noch als Film vor der Autoscheibe. Die kleine Welt da draußen wird nicht mehr selbst erobert, sondern nur noch medial wahrgenommen.

d) Die Lehrer bzw. das Kita-Personal sollten das Thema Schulweg in den Unterricht mit einbauen. Praktische Hilfen dazu liefert z.B. die Broschüre „Schulweg ohne Auto ist schön“, die beim Amt für Schule, Abtlg. Verkehrserziehung, Hamburger Str. 31, 22083 Hamburg, e-mail: gunter.bleyer@bsjb.hamburg.de zu beziehen ist.

e) Innerörtliche Tempo 30-Zonen könnten dort eingerichtet werden, wo Kinder die Hauptverkehrsadern überqueren müssen, bzw. wo die Bürgersteige sehr schmal sind. Dies würde mit Sicherheit auch für die dortigen Anwohner eine Steigerung der Lebens- und Wohnqualität mit sich bringen.

f) An der Einmündung des Feldweges in die Schäfergasse könnten zwei einfache Blumenkübel, jeweils rechts bzw. links versetzt angeordnet, den zu schnellen Verkehr aus beiden Richtungen bremsen. Landwirtschaftliche Fahrzeuge können völlig problemlos der Verschwenkung folgen, eine Erschütterung wie bei Schwellen ist ausgeschlossen. Auch der Autoverkehr zur Pferdekoppel würde dadurch gebremst. Diese Lösung ist sogar kostenlos zu realisieren, da Hr. Beckstein (Bgm. von Dannstadt) bei einer Ortsbegehung im letzten Jahr unserer Gemeinde solche Kübel, die in Dannstadt nicht mehr genutzt werden, angeboten hat!

g) Die Kinder und Eltern sollten in eine Neu- bzw. Umgestaltung des Schulweges mit einbezogen werden. Vorschläge: Umfrage, wie erleben Kinder ihren Weg zur Kita/Schule? Wo sind gefährliche Stellen? Wo ist es unübersichtlich? Welche Wegstücke sind langweilig, welche abwechslungsreicher? Wo hält man sich besser nicht auf? Aus diesen Erfahrungen heraus kann der Schulweg gemeinsam attraktiver gemacht werden, wodurch dann auch die Akzeptanz erheblich steigt.

h) Aus vorgenannten Gründen sollte von einem anzulegenden Park-/Wendeplatz im Wingert aus eine Art „optische Brücke“ zur Kita und zur Schule angelegt werden. Diese ist von den Kindern unter Mithilfe von Erwachsenen selbst anzulegen. Die Kinder sollen sich selbst ein Stück Straße zurückerobern!

Beispiele für eine solche „optische Brücke“:

- Aufmalen einer Wegeschlange: über verschiedenfarbige Segmente, die der Schrittlänge von Kindern angepasst sind, geht es in Richtung Schule.

- Aufgemalte Geschichte der Raupe Nimmersatt: eine kleine Larve frisst sich auf den Weg zur Kita durch allerlei Sachen hindurch, und wird vor dem Eingang zum wunderschönen Schmetterling!

- Die einzelnen Kindergruppen haben verschiedene Symbole/Tiere. Auch solche Symbole könnten die Kinder auf ihrem Weg begleiten.

Die ödp-Fraktion ist der Überzeugung, daß die Kinder diese Wege auch benutzen würden, wenn sie von Ihnen selbst gestaltet wurden. Wir nehmen sogar an, daß sie auf ihre Eltern einen gewissen „Druck“ ausüben würden, um früher aussteigen und den eigenen Weg benutzen zu können! Selbst Uneinsichtige Eltern geraten so unter Legitimationszwang!

Wir hoffen, mit diesen Diskussionspunkten einer effektiven und dauerhaften Lösung näher zu kommen! Wir sollten bald handeln, damit die Gefährdung unsere Kinder wenigstens in diesem Bereich reduziert wird!

mit freundlichen Grüßen

Norbert Amberger

Fraktionsvorsitzender

 


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