Biotopvernetzung Rödersheim-Gronau

Anfrage im Ortsgemeinderat Rödersheim-Gronau am 14.04.2009

(Zur Verteilung an die Gemeinderatsmitglieder und die Verwaltung der VG Dannstadt-Schauernheim)

Die Ökologisch Demokratische Partei (ödp) Rödersheim-Gronau stellte am 17.11.2008 den Antrag, im Zuge der 1150 Jahrfeier ein Projekt zur Pflanzung von 1150 Bäumen/Sträuchern in unserer Gemarkung ins Leben zu rufen. Über die Erarbeitung eines Vernetzungsplanes für unsere Gemarkung und dessen Umsetzung sollte die ökologische Wertigkeit unserer Gemarkung deutlich und nachhaltig erhöht werden.

Die ödp bot auch an, dieses professionelle Vernetzungskonzept in Eigenregie zu erstellen, damit der Gemeinde keine Kosten entstehen. Ein solches Konzept finden Sie im Anhang.

Die ödp bitten nun die Gemeinde/Verbandsgemeinde zu prüfen, inwieweit die in diesem Vernetzungskonzept aufgeführten Vorschläge umgesetzt werden können.

Insbesondere sind die Besitzverhältnisse der im Vernetzungskonzept angesprochenen Flächen zu klären.

Die Information und Einbindung der Bevölkerung in ein dann anlaufendes Projekt könnte die ödp in Form eines Flugblattes und einer Information im Amtsblatt übernehmen.

Wir bitten um Klärung der zu diesem Projekt notwendigen Punkte zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Mit freundlichen Grüßen

Norbert Amberger

Fraktionsvorsitzender

Biotopvernetzung Rödersheim-Gronau

Bestand

In der Gemarkung Rödersheim-Gronau sind nur wenige wertvolle Biotope zu finden. Nennenswert sind die Gehölzbestände entlang des Elldinger-Grabens und des nördlich davon verlaufenden Grabens sowie ein Bereich entlang des Stechgrabens westlich von Rödersheim (im Bereich des Tennisplatzes) und die Gehölzbestände entlang des Grabens, der südlich von Gronau verläuft. Ein vereinzeltes Feldgehölz existiert an der Straße nach Meckenheim. Nennenswert sind noch ein Streuobstbestand südlich von Gronau sowie ein aufgegebener Streuobstbestand westlich von Rödersheim beim Fußballplatz. Grünlandflächen finden sich westlich von Rödersheim beim Turnverein und beim Fußballplatz sowie südöstlich von Gronau beim dortigen Fußballplatz.

Analyse

Die wichtigsten Vernetzungslinie sind für die Gemarkung Rödersheim das vorhandene Grabensystem. Vordringlich wäre aus dieser Sicht, eine Verbesserung der Biotopstruktur entlang der Gräben und deren Vernetzung untereinander sowie die Verbindung vorhandener vereinzelter Biotope mit dem Grabensystem.

Planung

Teilen wir die Gemarkung Rödersheim-Gronau durch den Stechgraben in eine Nord- und eine Südhälfte auf.

Die Nordhälfte wird durchflossen und charakterisiert durch den Elldingergraben und dem nördlich davon verlaufenden Graben, der bei Gronau in den Elldingergraben mündet. Beide Gräben sind über die gesamte Dorflänge mit einem guten Gehölzbestand versehen. Einziger Mangel ist die Gleichartigkeit der Gehölze und die geringe Breite des Graben begleitenden Grüns.

Der Elldingergraben hat drei Zuflüsse von Westen, von denen nur der mittlere einen guten Gehölzbestand aufweist. Die anderen beiden Zuflüsse müssten mit der Anpflanzung von Bachbegleitgrün aufgewertet werden. Im Optimalfall wäre der Graben begleitende Grünstreifen auf beiden Seiten 15m breit und umfasste ein Gehölzband mit Weiden und Erlen direkt am Bach sowie eine Hochstaudenflur als Saum.

Die Südhälfte der Gemarkung wird als Pendant vom Riedgraben durchflossen. Dieser ist jedoch an mehreren Stellen unterbrochen und verläuft zudem direkt entlang des Ortsrandes. Gute Gehölzbestände weisen nur der östliche Teil des Grabens auf, der südlich von Gronau verlaufende Teil, sowie der Teil des Riedgrabens, der zwischen Pfaffenpfad und Neubaugebiet verläuft.

Die Unterbrechungen des Grabens müssten durch anderweitige linienhafte Biotopstrukturen geschlossen werden. Dies können Gehölze entlang eines vorhandenen Weges sein oder auch Streuobstbestände, Brachen oder Wiesen. Gut wäre ein Anschluss des Riedgrabens an den Graben, der vom Turnverein kommend nach Süden zieht.

Die Ausweisung des Baugebiets hinter der Kirche böte mittelfristig gesehen eine gute Gelegenheit, in diesem Bereich tätig zu werden und südlich der Ortslage Rödersheim-Gronau ein durchgehendes Vernetzungsbiotop zu schaffen.

An dritter Stelle muss als Hauptvernetzungsachse der Stechgraben selber genannt werden. Er ist innerhalb der Ortslage an einigen Stellen verrohrt und teils auch von Mauern umgeben. Die verrohrten Stellen müssen dringend auf ihre Fischdurchgängigkeit geprüft werden und falls diese nicht vorhanden ist, selbige geschaffen werden. Die Verrohrung und Befestigung des Stechgrabens muss überall, wo es möglich ist, beseitigt werden.

Des Weiteren muss der Bebauungsplan für den Ortskern Rödersheim entlang des Stechgrabens dafür genutzt werden, selbigen im Ortskern mit Bachbegleitgrün zu versehen. Optimal wäre eine Bepflanzung mit Weiden und Erlen sowie ein Saum mit Hochstauden (Breite je Ufer ca. 15m). Der Stechgraben könnte auf diese Weise zur grünen Lunge von Rödersheim-Gronau werden.

Eine ähnliche Bepflanzung müsste natürlich auch für den Stechgrabenabschnitt erfolgen, der dann nördlich der Ortslage verläuft. Eine schöne Alternative wären für diesen Abschnitt auch die Anlage von Streuobstwiesen entlang des Baches.

Um möglichst vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten Lebensräume in und um Rödersheim-Gronau zu schaffen, sollen und dürfen nicht nur Gehölzbestände entlang von Gräben neu angepflanzt werden. Wichtig wäre auch die Schaffung von Hochstaudenfluren entlang der Gräben - möglich wäre dies auch im Wechsel mit Gehölzbeständen -, die Schaffung von Grünlandbiotopen (als Weiden für Hobbypferdehalter) und Streuobstwiesen, beide insbesondere in direkter Nachbarschaft zur Ortslage.

Wichtig zur Verwirklichung wäre die Einbeziehung der Hobbypferdehalter sowie der Grundstückseigentümer der Dorf-Randgrundstücke. Hier können die Gärten einen großen Teil zur Eingrünung der Gräben beitragen, wenn die Eigentümer mitarbeiten.

CONCLUSIO

- Anpflanzung von Gehölzen (Weiden, Erlen) entlang aller vorhandener Gräben im Wechsel mit Hochstaudenfluren oder mit einer Hochstaudenflur als Saum, insbesondere des Stechgrabens in der Ortslage

- Schließung der Unterbrechungen des Grabensystems durch Gehölze, Streuobstwiesen oder Brachen

- In Ortsrandlage zu den genannten Zwecken bevorzugt Anpflanzung von Streuobstwiesen, Reaktivierung alter Streuobstbestände sowie Neuanlage von Grünlandflächen für Hobby-Pferdehalter

 


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